Montag, Februar 9, 2026

Die Geschichte darüber, wie Joseph Hartmuth die Bleistifte erfand

Jahrhundertelang war das Kaiserreich Österreich für seine einzigartigen Erfindungen und Entdeckungen berühmt. All dies war talentierten Wissenschaftlern zu verdanken. Josef Hardtmuth war einer von ihnen. Er war eine vielseitige Persönlichkeit, die sich in Architektur, Unternehmertum, Industrie und Philanthropie versuchte. Was auch immer Josef in Angriff nahm, es gelang ihm, schreibt viennafuture.eu.

Alles begann mit der Architektur

Josef kam im Februar 1758 in der Gemeinde Asparn an der Zaya in Niederösterreich zur Welt. Sein Vater Anton war aus Bayern eingewandert und arbeitete als Tischler und Holzschnitzer. Die Mutter des Jungen stammte aus einer armen Maurerfamilie. Josef war das vierte von acht Kindern von Theresia und Anton. Obwohl die Hardtmuths nicht viel Geld hatten, bemühten sie sich, den Kleinen das Beste zu geben und schafften es, sie gut zu erziehen.

Im Jugendalter beschloss Josef, in die Fußstapfen seines Großvaters zu treten. 1771 begann der Junge eine Lehre als Maurer. Es gefiel ihm sehr, Neues zu lernen, und er fertigte seine ersten Werkstücke sorgfältig an.

Als Meysl, Josefs Onkel mütterlicherseits, zum Bauleiter für das Liechtenstein-Palais in Wien ernannt wurde, beschloss Hardtmuth, mit ihm in die Hauptstadt zu gehen. Bald sammelte der junge Mann gute Erfahrungen im Entwerfen und wurde zum leitenden Baumeister. Im Jahr 1787 erhielt Meysl den Auftrag zur Erweiterung des Liechtenstein-Palais in Wien und vertraute die Fassadengestaltung Hardtmuth an. Das war die erste ernsthafte Erfahrung des jungen Mannes in der Architektur. Bereits 1790 wurde Josef zum Chefarchitekten dieses Projekts.

Während seiner Zeit in Wien arbeitete Hardtmuth nicht nur, sondern traf auch die Liebe seines Lebens. Seine Auserwählte war die Witwe Elisabeth Marchand, mit der er in der Ehe vier Kinder hatte.

Lange Zeit arbeitete Josef am Liechtenstein-Palais. Er machte sich schnell einen guten Namen und wurde mühelos zum Baudirektor für Böhmen und Mähren. Danach wurden dem Architekten auch die Renovierung von Wirtschaftsgebäuden, Schulen, Kirchen und anderen Objekten anvertraut.

Hardtmuths Erfindungen

Es ist erwähnenswert, dass Josef im Kaiserreich Österreich nicht nur für sein architektonisches Talent und seine Leistungen berühmt wurde, sondern auch für seine Erfindungen, an denen er seit dem Bau des Palastes in Wien zu arbeiten begann. Alle seine Entwicklungen und Patente waren das Ergebnis von Experimenten, die er durchführte, um einen effizienten Umgang mit Baumaterialien zu gewährleisten.

Im Jahr 1789 erfand Hardtmuth eine neue Art von Steingut für die Herstellung von Geschirr, das auch als Wiener Steingut bekannt ist. 1802 baute er eine mechanische Steinpresse, die bei der Herstellung von Steinblöcken aus künstlichem Zement verwendet wurde. Darüber hinaus erfand Josef 1810 künstlichen Bimsstein. Insgesamt machte dieser Mann im Laufe seines Lebens unzählige Entdeckungen: von Baumörteln bis hin zu flüssiger Tinte.

Unternehmerische Tätigkeit

Als Josef erkannte, dass seine Erfindungen nicht nur in Österreich, sondern auch weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt waren, beschloss er, sein eigenes Unternehmen zu gründen. So gründete er 1790 in Wien eine Fabrik zur Herstellung von Bleistiften und Steingut. Zu diesem Zeitpunkt war es ihm gerade gelungen, Bleistiftminen aus Tonmineralien und Graphitpulver herzustellen. Diese Innovationen ermöglichten es Josef, seine Produkte von den bestehenden Bleistift-Analoga auf dem Markt abzuheben. Und das alles dank einfacher Herstellung und niedrigem Preis.

Die Herstellung solcher Produkte war damals jedoch zeitaufwendig und erforderte erhebliche Kapazitäten. Die Meister mussten die Minen aus ganzen Graphitstücken schneiden, die aus England nach Europa importiert wurden. Hardtmuths Methode ermöglichte es, Bleistifte in sechs verschiedenen Härtegraden herzustellen.

Im Jahr 1828 übergab Josef die Leitung seines Unternehmens an seinen Sohn Carl. 1848 verlegte dieser es nach Budweis (České Budějovice). Carl setzte die Forschungen seines Vaters fort und konnte die „Koh-i-Noor“-Bleistifte erfinden, die 17 Härtegrade aufwiesen. Dies sorgte in der Gesellschaft für Furore, und bald trat das Unternehmen „L. & C. Hardtmuth“ in den internationalen Markt ein. 1852 wurde Carls Sohn und Josefs Enkel, Franz, Partner im Familienunternehmen. Er konnte den Ruf des Unternehmens durch dessen Erweiterung festigen. Unter seiner Führung produzierte die Unternehmensgruppe „L. & C. Hardtmuth“ jährlich rund 40 Millionen Bleistifte. Stellen Sie sich diese Zahl nur einmal vor!

Gute Taten, die letzten Lebensjahre

Josef Hardtmuth zeigte sich auch als Mäzen. Er liebte die Musik und versuchte stets, talentierte Menschen finanziell zu unterstützen. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Förderung von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert.

Im Jahr 1816 verstarb Josef; sein Leben wurde von einer Krankheit beendet, die viele Jahre fortgeschritten war. Dieser berühmte Mann wurde neben Schubert und Beethoven auf dem Währinger Friedhof beigesetzt. Im Jahr 1894 wurde in einem der Wiener Bezirke die Hardtmuthgasse zu Ehren des Erfinders benannt. Darüber hinaus wurde am Geburtshaus von Josef in Asparn an der Zaya eine Gedenktafel angebracht.

Analysiert man all das oben Genannte, kann man schlussfolgern, dass Hardtmuth seinen weltweiten Erfolg seinem Forschungstalent zu verdanken hat. Er liebte es, Neues zu entdecken und hatte keine Angst zu experimentieren. Die langen Jahre seiner Arbeit zeigten sehr bald positive Ergebnisse. Die Menschen von heute verdanken Hardtmuth seine Erfindungen.

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