Sonntag, Februar 8, 2026

Die Geschichte der E-Scooter in Wien

E-Scooter sind rasant in das Wiener Stadtleben eingedrungen und haben sich zu einem prägenden Element des Stadtbildes sowie einem beliebten Fortbewegungsmittel entwickelt. Ihr Aufkommen und ihre schnelle Verbreitung spiegeln den globalen Trend zur Mikromobilität und die Suche nach umweltfreundlichen Lösungen für städtische Wege wider. Obwohl ihre Geschichte in der österreichischen Hauptstadt erst wenige Jahre zurückreicht, war diese Zeit von dynamischer Entwicklung, wachsender Beliebtheit und ersten Regulierungsversuchen geprägt. Mehr dazu auf viennafuture.eu.

Wo und wann tauchten die ersten E-Scooter auf?

Obwohl E-Scooter heute ein alltäglicher Anblick auf den Straßen der Stadt sind, reichen ihre Wurzeln bis ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurück, als die ersten experimentellen Modelle erschienen. Ihren wahren Durchbruch als Fortbewegungsmittel der Mikromobilität für alltägliche Fahrten erlebten sie jedoch erst im 21. Jahrhundert.

Ein Blick in die Vergangenheit führt uns ins Jahr 1915, als in den Vereinigten Staaten der Autoped auf den Markt kam – eine Art mechanischer Roller mit Benzinmotor. Obwohl dies noch kein E-Scooter im heutigen Sinne war, gilt er als einer der Urväter dieses Verkehrsmittels. Die ersten kommerziellen E-Scooter kamen in den 1990er-Jahren auf den Markt. Eines der Pionierunternehmen war die japanische Firma Go-Ped, die begann, elektrische, akkubetriebene Modelle herzustellen. 

Der wahre Durchbruch auf dem Konsumentenmarkt gelang im Jahr 2001, als das Unternehmen Razor seinen ersten E-Scooter, den Razor E100, veröffentlichte. Dieses Modell eroberte schnell die Herzen der Kinder und wurde zu einem der ersten massentauglichen E-Scooter für den persönlichen Gebrauch.

Die moderne Ära der E-Scooter als Verleihservice begann 2017 in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen Bird startete in Los Angeles den ersten großen E-Scooter-Verleihservice und löste damit einen wahren Boom der Mikromobilität aus. Bald folgten andere Anbieter auf dem Verleihmarkt wie Lime, Spin und Jump. Diese Welle schwappte schnell nach Europa über. In den Jahren 2018–2019 verbreiteten sich E-Scooter rasant in vielen europäischen Städten, und Wien bildete da keine Ausnahme.

Das Aufkommen von E-Scootern in Wien

E-Scooter tauchten erstmals Ende 2018 auf den Straßen Wiens auf, als die ersten Verleihfirmen ihre Tätigkeit in der Stadt aufnahmen. Bereits im April 2019 erreichte die Zahl der verfügbaren Leih-E-Scooter in Wien rund 6000 Stück, was die außerordentliche Beliebtheit dieses neuen Verkehrsmittels bei Einwohnern und Gästen der Stadt eindrucksvoll belegte.

Das Jahr 2019 war die Zeit des aktiven Markteintritts großer internationaler Betreiber, die sich auf die Vermietung von E-Scootern spezialisiert haben. In den folgenden Jahren, von 2019 bis 2022, gewannen E-Scooter weiter rasant an Popularität. Ihre Bequemlichkeit für kurze Strecken, die Möglichkeit, schnell kleine Distanzen zu überwinden, insbesondere die sogenannte „letzte Meile“ einer Route, sowie ihre Wahrnehmung als umweltfreundliche Alternative zum Zu-Fuß-Gehen, machten sie besonders in der warmen Jahreszeit zu einem bevorzugten Fortbewegungsmittel vieler Wienerinnen und Wiener.

Die wichtigsten E-Scooter-Verleihanbieter in Wien

E-Scooter ermöglichen eine bequeme Fortbewegung in der Stadt, insbesondere für kurze Fahrten. Sie werden auch als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr genutzt. Vor der Nutzung wird empfohlen, sich mit den Verkehrs- und Sicherheitsregeln vertraut zu machen sowie die Verfügbarkeit von Scootern im gewünschten Gebiet über die entsprechenden mobilen Apps zu prüfen. Folgende Unternehmen bieten in Wien einen Scooter-Verleihservice an: 

  • Lime – ein amerikanisches Unternehmen, das über 2.000 E-Scooter in allen 23 Wiener Bezirken anbietet.
  • Voi – ein schwedischer Betreiber, der E-Scooter zur Miete über seine mobile App bereitstellt.
  • Bolt – ein europäisches Unternehmen, das E-Scooter zur Miete über die Bolt-App anbietet.
  • Bird – ein amerikanischer Dienst, der E-Scooter zur Miete über eine mobile App zur Verfügung stellt.
  • KIWIRide – ein lokaler österreichischer Betreiber, der E-Scooter zur Miete in Wien anbietet. Nutzer können die Stadt erkunden, indem sie Scooter über die KIWIRide-App mieten.

Allgemeine Regeln für die Nutzung von E-Scootern

Um die Nutzung von E-Scootern zu regeln und die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, müssen Nutzer eine Reihe von Regeln befolgen:

  • Altersbeschränkungen: Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen: E-Scooter, die eine Geschwindigkeit von über 25 km/h erreichen oder eine Leistung von mehr als 600 Watt haben, werden als Mopeds eingestuft. Für ihre Nutzung sind ein Führerschein und das Tragen eines Helms erforderlich.
  • Verkehrsregeln: E-Scooter müssen dieselben Regeln wie Fahrräder befolgen, einschließlich des Verbots, auf Gehwegen zu fahren, der Pflicht zur Nutzung von Radwegen und der Beachtung von Ampeln.
  • Parken: Es wird empfohlen, E-Scooter bei Fahrradabstellanlagen zu parken. Das Parken auf Gehwegen mit einer Breite von mindestens 2,5 Metern ist erlaubt, sofern dadurch Fußgänger nicht behindert und kein Eigentum beschädigt wird.

Strengere Kontrollen für das Parken von E-Scootern in Wien

In Wien wurden die Regeln für die Nutzung von Leih-E-Scootern geändert, um deren Abstellung im Stadtraum zu ordnen. Die neuen (Übergangs-)Bestimmungen traten mit 19. Mai 2023 in Kraft.

Das Parken von E-Scootern auf Gehwegen wurde strengstens verboten. Nutzer sind verpflichtet, speziell ausgewiesene, stationäre Abstellflächen zu nutzen oder, falls keine vorhanden sind, die Scooter am rechten Fahrbahnrand so platzsparend wie möglich abzustellen.

Die Stadtverwaltung hat begonnen, das Netz an stationären Parkzonen für E-Scooter aktiv auszubauen, insbesondere an problematischen Standorten. Wichtig ist, dass das Parken auch im Umkreis von 100 Metern um solche Abstellflächen verboten ist. In der Mitteilung wird deutlich betont, dass E-Scooter ausschließlich an den dafür vorgesehenen Plätzen abgestellt werden müssen. Bei einem Verstoß gegen diese Regel kann der Nutzer die Miete des Scooters nicht beenden, und die Nutzungsgebühr wird somit weiterverrechnet. Jeder dieser Parkplätze ist für bis zu zehn E-Scooter ausgelegt. Neue Parkzonen sind bereits am Rathausplatz, am Parkring, am Praterstern, im Museumsquartier, an der inneren und äußeren Mariahilfer Straße, am Franz-Josefs-Kai und in der Kärntner Straße verfügbar.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Zonen mit eingeschränktem Zugang eingeführt, in denen das Fahren mit E-Scootern vollständig untersagt ist. Dies betrifft Bereiche in der Nähe von Krankenhäusern, Märkten und städtischen Gebäuden – die Einfahrt in diese Zonen wird technisch unmöglich sein. Zur Liste der Verbotszonen gehören auch die Bereiche um die Wiener Staatsoper, den Stephansplatz, den Graben, die Kärntner Straße, die Albertina, den Vorgartenmarkt, den Naschmarkt, den Karmelitermarkt und den Rabenhof.

In bestimmten Stadtbereichen, wie Begegnungszonen, Wohnstraßen und anderen ausgewiesenen Gebieten, wird die Geschwindigkeit der E-Scooter automatisch gedrosselt. Beispiele für solche Zonen sind die Wohnstraßen Alberichgasse und Reuenthalgasse sowie die Begegnungszone Innere Mariahilfer Straße.

Die Kontrolle über die Einhaltung der neuen Parkregeln obliegt speziellen „Parksheriffs“, die vor Ort überwachen. Werden falsch geparkte E-Scooter entdeckt, drohen den Betreibern der Dienste Strafen, wenn der Verstoß nicht unverzüglich behoben wird.

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) erklärte, dass Analysen die größten Parkprobleme in den inneren Stadtbezirken sowie an einzelnen Hotspots in den Außenbezirken, insbesondere an Verkehrsknotenpunkten, aufgezeigt hätten. Laut ihr werden Maßnahmen ergriffen, um mehr verpflichtende Abstellflächen zu schaffen, die Kontrollen zu verschärfen und Fahrverbotszonen einzurichten.

Quellen: www.meinbezirk.at, link.springer.com, www.patentamt.at, www.spiegel.de, allthingsaustria.com

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