Die Wiener IT-Branche hat in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum erlebt und die Stadt zu einem der größten IT-Zentren Europas gemacht – nur noch übertroffen von London und München. Die österreichische Hauptstadt zieht sowohl lokale als auch internationale Unternehmen an und kombiniert dabei technologisches Know-how mit einer strategisch günstigen Lage und qualifizierten Fachkräften. Dieser dynamische Aufschwung im Bereich der Informationstechnologie hat zu einer starken Nachfrage nach spezialisierten IT-Experten in Bereichen wie Softwareentwicklung, Datenanalyse und Cybersicherheit geführt. Mehr über die Entwicklung der IT-Branche in Österreichs Hauptstadt erfahren Sie auf viennafuture.eu.
Hohe Nachfrage nach IT-Dienstleistungen

Wien ist seit Langem das Herzstück des österreichischen Rechenzentrumsmarktes und beherbergt über 80 % der nationalen IT-Kapazitäten. Durch seine strategische Lage an den wichtigsten Glasfasertrassen fungiert es als wichtige Brücke, die Westeuropa mit den Märkten in Zentral- und Südosteuropa verbindet. Die Attraktivität Wiens als Digital-Hub geht weit über seine Rolle als Zentrum der österreichischen IT-Industrie hinaus. Die Stadt gilt als idealer Standort für die Expansion sowohl lokaler Unternehmen als auch globaler Dienstleister, die verschiedene Regionen bedienen wollen. Österreichs Hauptstadt verfügt über ein vielfältiges IT-Ökosystem, zu dem globale Akteure wie NTT, Digital Realty und andere gehören. Die ungebrochene strategische Bedeutung des Marktes wird durch die starke Präsenz internationaler Betreiber und Hyperscaler unterstrichen. Der Start des AtlasEdge Data Centres im Jahr 2024, begleitet von sofortigen Expansionsplänen, zeigte das anhaltende Vertrauen in den Markt, selbst in Zeiten gedrosselten Wachstums. Ein besonders bedeutendes Ereignis war die Eröffnung der Microsoft Cloud-Region im Jahr 2025 – ein klares Zeichen von Zuversicht. Auch AWS und Google unterhalten lokale „Points of Presence“ (PoPs), um Unternehmensanforderungen zu erfüllen. Weitere Investitionen dieser Anbieter, möglicherweise mit noch größeren Rollouts, könnten die Expansion internationaler Betreiber begleiten und vorantreiben. Die stabile Nachfrage nach IT-Dienstleistungen in Wien schafft somit eine solide Basis für die künftige Entwicklung der Informationstechnologie.
Initiativen, starke akademische und Forschungsinstitute
Zur Förderung der IT-Branche implementiert die Regierung verschiedene Programme und Initiativen zur Unterstützung von Unternehmern und Start-ups. Dazu gehören finanzielle Hilfen, Förderungen und Steuervergünstigungen für junge Unternehmen. Offizielle Stellen fördern zudem aktiv Innovation und Kooperation durch Initiativen, die Forschung und Entwicklung, Technologietransfer sowie internationale Partnerschaften anregen. Wien beheimatet renommierte akademische und Forschungsinstitute, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des unternehmerischen Ökosystems leisten. Sie treiben Innovationen voran und schaffen ein günstiges Umfeld für die Popularisierung von Start-ups. Wiens Fokus auf Forschung und Entwicklung macht es zu einem attraktiven Standort für Neugründungen. Die meisten Wiener Hochschulen mit technischer Ausrichtung bieten Studiengänge in verschiedenen IT-Bereichen an, darunter Elektronik, Technische Informatik und Informationstechnologie.
Neue Wege in der IT-Bildung

Die Entwicklung neuer Programme und Spezialisierungen in der IT-Ausbildung hat sich als wirksame Methode zur Erweiterung des bestehenden IT-Angebots erwiesen. So wurden beispielsweise 2018 an den Wiener Universitäten Studiengänge in Anwendungsentwicklung (Cadres) und Informationstechnologie eingeführt. Der Fokus liegt hierbei auf Computerwissenschaften und Systemtechnik. Bestehende Studiengänge aus anderen Bereichen werden ebenfalls kontinuierlich an neue Technologien und wirtschaftliche Gegebenheiten angepasst. Auch die Zahl der Lehrlinge steigt: Wurden 2019 in Wien nur 5 Personen in Anwendungsentwicklung ausgebildet, so erreichte ihre Zahl bis 2023 bereits 231. Es ist hervorzuheben, dass für Absolventen der Berufsausbildung die Eröffnung neuer Einrichtungen im Bereich der höheren Berufsbildung geplant ist. Diese sollen ihnen den Erwerb einer formalen Qualifikation auf tertiärer Ebene ermöglichen, und zwar durch ein praktisches, in die Arbeit integriertes Programm. Zusätzlich wächst auf dem postsekundären Bildungsmarkt die Zahl halbstaatlicher und privater Anbieter von IT-Schulungen, die am Arbeitsmarkt relevant und populär sind. Ein Beispiel dafür ist die Wiener Programmierschule 42, die mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Wien (WK Wien) Stand 2025 280 Personen ausbildet.
Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Wirtschaftskammer Wien (WK Wien) meldete in einer Presseaussendung aus dem Jahr 2024, dass laut ihrer Studie im Jahr 2025 in Wien 28.000 IT-Fachkräfte fehlen werden. Diese sind nötig, um den reibungslosen Betrieb von Technik und Systemen zu gewährleisten – beispielsweise überwachen Fachleute, dass Supermarktkassen und Ampeln an Kreuzungen ordnungsgemäß funktionieren. Darüber hinaus tragen IT-Experten zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Wiens bei. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, setzt die WK Wien unter anderem auf Kooperation. Schon seit 2023 arbeitet die Wiener Fachgruppe für Information und Consulting aktiv mit IT-spezialisierten Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) zusammen. Stand 2025 besteht in Wien eine erhöhte Nachfrage nach IT-Dienstleistungen, was in Kürze zu einem weiteren Anstieg des Arbeitskräftebedarfs führen wird. Die Reaktion des Bildungssystems erfolgt jedoch verzögert. Lange Ausbildungszeiten erschweren die Lösung dieses Problems. Hinzu kommt, dass erhöhte Abbrecherquoten an Universitäten und der niedrige Frauenanteil in der IT das Bildungssystem bei der Ausbildung künftiger IT-Fachkräfte vor große Herausforderungen stellen. Daher ist es für die Leitung und das Lehrpersonal der Bildungseinrichtungen sehr wichtig, verschiedene Methoden zu nutzen, um gute und effektive Lösungen für die zahlreichen Probleme zu finden. Eine Möglichkeit, auf die dynamische und wachsende Nachfrage des IT-Arbeitsmarktes zu reagieren, sind alternative, bedarfsorientierte Ausbildungsprogramme. Ein hervorragendes Beispiel ist „Everyone Codes“, das unter anderem Programme für beim AMS (Arbeitsmarktservice) gemeldete Personen anbietet, teilweise in Kooperation mit Jugend am Werk. Die effektive Abstimmung zwischen den angebotenen und am Arbeitsmarkt benötigten Fähigkeiten wird durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsvertretern sichergestellt. Die Vernetzung von Unternehmen mit Schulen und Universitäten fördert die praktische Erfahrung der Studierenden während der Ausbildung und ermöglicht die gemeinsame Entwicklung von Lehrplänen. Wiener IT-Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, müssen diese über das Potenzial einer Lehre informieren. Ebenso ist es von großer Bedeutung, dass Aus- und Weiterbildungsprogramme auf die künftig gefragten Qualifikationsprofile und Anforderungen zugeschnitten werden. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der IT-Lehrlinge in Wien von 2023 bis 2024 um 3,8 % gestiegen ist. Eine weitere Herausforderung in Wiens IT-Branche ist die häufige Zunahme von Cyberbedrohungen, wodurch Cybersicherheit zur Priorität wird und Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen sowie Identitäts- und Zugriffsmanagement (Identity und Access Management) vorangetrieben werden. Darüber hinaus haben viele Unternehmen Schwierigkeiten mit der Skalierung der IT-Infrastruktur, der Verwaltung und Verteilung von Systemen sowie der Einhaltung sich ändernder regulatorischer Anforderungen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die IT-Branche in Wien weiterhin aktiv wachsen und die Wirtschaft, Industrie sowie andere Lebensbereiche transformieren wird. Dazu werden innovative Lösungen der Verwaltung, Investitionen und die hohe Nachfrage nach IT-Dienstleistungen beitragen.