Sonntag, Februar 8, 2026

Die Geschichte der eSports-Entwicklung in Österreich

Österreich hat in den letzten Jahrzehnten eine stille, aber tiefgreifende Revolution erlebt, die Videospiele von einem Nischenhobby zu einer anerkannten Sportdisziplin transformiert hat. Die Entwicklung des E-Sports in Österreich ist eine faszinierende Geschichte darüber, wie Leidenschaft für den Wettbewerb, Investitionen in Technologie und eine wachsende institutionelle Anerkennung es dem Land ermöglichten, professionelle Teams zu fördern, eigene Ligen zu schaffen und ein vollwertiger Akteur in der globalen E-Sport-Community zu werden. Mehr dazu auf viennafuture.eu.

Der österreichische E-Sport: Vom Hobby zum Nationalsport

Wie in den meisten europäischen Ländern wurde der österreichische E-Sport in den späten 1990er Jahren in der Szene der LAN-Partys und lokalen Clan-Bewegungen geboren. Enthusiasten trafen sich, um sich in Klassikern wie Quake, Counter-Strike und Warcraft zu messen. Diese frühe, dezentrale und von viel Enthusiasmus getragene Gaming-Szene legte den Grundstein für die spätere Institutionalisierung.

Zu Beginn der 2000er Jahre begannen sich lokale Initiativen zusammenzuschließen. Es entstanden die ersten Vereine und Ligen, wie die Austrian Players League, die als „Trainingslager“ für den Aufbau einer nationalen Struktur dienten.

Ein Schlüsselmoment war die Gründung des eSport Verband Österreich (ESVÖ) Ende 2007. Dieser nationale Dachverband wurde zur offiziellen Anlaufstelle für die verstreuten Initiativen und erlangte später die Mitgliedschaft in der International E-Sport Federation (IeSF).

Die Tätigkeit des ESVÖ trug schnell Früchte: Bereits 2009 fanden in Österreich die ersten „E-Sport Staatsmeisterschaften“ statt. Die Finalwettkämpfe dieser offiziellen nationalen Meisterschaften wurden oft im Rahmen des großen Wiener Gaming-Festivals Game City ausgetragen.

Kommerzieller Aufschwung und Professionalisierung 

Der eigentliche „zweite Frühling“ des österreichischen E-Sports begann etwa zwischen 2016 und 2018. In dieser Zeit traten große nationale Sponsoren und kommerzielle Projekte auf den Plan, die der Disziplin eine breite Sichtbarkeit verschafften. Die wichtigsten Katalysatoren waren:

  • eBundesliga: Die Einführung einer virtuellen Fußball-Liga, die E-Sport an den beliebten traditionellen Sport koppelte.
  • A1 eSports League Austria: Die Schaffung einer Liga, die vom nationalen Telekommunikationsriesen A1 Telecom unterstützt wird. Sie zog erhebliche Investitionen an und standardisierte die Wettbewerbe.

Die Folge war eine Skalierung und Professionalisierung der Branche. In den Großstädten entstanden spezialisierte E-Sports-Hubs (wie die A1 Hubs und AREA52). Der ESVÖ entwickelte ein System zur Schiedsrichterzertifizierung, das die Transparenz der Wettbewerbe erhöhte, und führte Schulligen ein, um junge Talente zu gewinnen. Seit den 2020er Jahren wird der E-Sport in Österreich regelmäßig durch große Festivals wie das A1 Austrian eSports Festival gestärkt, wodurch sein Status als vollwertige Unterhaltungs- und Sportindustrie gefestigt wird.

E-Sport in Österreich aus Expertensicht: Professionalität, Herausforderungen und zukünftige Zentren

Die Entwicklung der E-Sport-Arena in Österreich erlebt eine Phase schnellen Wachstums und Professionalisierung. Ein Experte der führenden österreichischen Organisation und des Telekommunikationsanbieters A1 bestätigt den Wandel des E-Sports vom Hobby zur vollwertigen Industrie, weist aber auch auf erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum hin.

Marko Garfmann, Advertising Manager bei A1 (der die A1 eSports League Austria gründete), erklärt den Einstieg des Unternehmens in den E-Sport mit Notwendigkeit. Da Gaming ein Schlüsseltreiber der Digitalisierung ist, erfordert es hochleistungsfähige Internetdienste, was es zu einem idealen Bereich für A1 macht.

Aufbau der Infrastruktur:

  • A1 eSports League Austria: Gegründet im Jahr 2017, ist sie die größte E-Sport-Liga Österreichs mit vier Titeln pro Saison und einem beträchtlichen Preisgeld (allein über 68.000 Euro im Jahr 2019). Die Liga wird von namhaften Partnern (Red Bull, Mercedes-Benz, HUAWEI) unterstützt.
  • A1 eSports Hubs: Diese in Wien, Dornbirn und Salzburg eröffneten Zentren dienen als Treffpunkte für Gamer und stellen ihnen hochwertige Ausrüstung sowie Streaming-Studios zur Verfügung. Dies ist eine direkte Unterstützung für die Professionalisierung der lokalen Szene.

Marko Garfmann sieht seine Mission darin, eine professionelle Plattform bereitzustellen und die Infrastruktur zu erweitern. A1 legt auch Wert auf Aufklärung und die Steigerung der Bekanntheit von E-Sport in der breiten Öffentlichkeit, was für die kontinuierliche Entwicklung der Szene entscheidend ist. E-Sport ermöglicht es Marken, sich authentisch einem wichtigen Jugendsegment zu präsentieren. Allerdings ist eine echte Integration in die Community erforderlich, nicht nur reines Sponsoring.

Laut Marko Garfmann benötigt der österreichische E-Sport-Markt größere Investitionen in Organisationen und Vereine, um die Abwanderung österreichischer Profispieler auf andere Märkte zu verhindern. Auch ist eine weitere Arbeit an der öffentlichen Wahrnehmung des E-Sports notwendig. Die meisten Experten sind sich einig: Der E-Sport in Österreich hat eine solide Basis, aber um internationales Niveau zu erreichen, sind ständige Investitionen, strukturelle Entwicklung und eine Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung unerlässlich.

Wer leitet den E-Sport in Österreich?

Die österreichische E-Sport-Szene ist ein gut koordiniertes Ökosystem, in dem der nationale Verband effektiv mit leistungsstarken kommerziellen Partnern zusammenarbeitet. Gemeinsam schaffen sie professionelle Ligen und groß angelegte Festivals. Management und Organisation sind hier klar zwischen offiziellen Stellen und der Wirtschaft aufgeteilt, was eine stabile Entwicklung der Branche gewährleistet.

Die wichtigste Organisations- und Regulierungsbehörde ist der eSport Verband Österreich (ESVÖ), der bereits 2007 gegründet wurde. Er ist de facto der nationale E-Sport-Verband, der Österreich auf der internationalen Bühne, insbesondere in der IeSF, vertritt. Zu den Schlüsselaufgaben des ESVÖ gehören die Organisation nationaler Meisterschaften, die Standardisierung durch Schiedsrichterzertifizierung, die Unterstützung des Netzwerks von Mitgliedsvereinen sowie die Wahrung der Interessen des österreichischen E-Sports weltweit. Darüber hinaus beteiligt sich der ESVÖ aktiv an der Organisation großer Offline-Events wie der Game City.

Angetrieben wird der österreichische E-Sport von großen kommerziellen Akteuren. Sie haben die Wettbewerbe auf ein qualitativ neues Niveau gehoben, indem sie beträchtliche Preisgelder und professionelle Ligaformate eingeführt haben. Unter ihnen sticht der Telekom-Riese A1 hervor, der der wichtigste kommerzielle Partner ist und hinter der Flaggschiff-Liga, der A1 eSports League Austria, steht – einer der wichtigsten Plattformen für österreichische E-Sportler. Daneben arbeitet die ESL / FACEIT Group, ein internationaler Liga-Betreiber, der sein Know-how für den Start und die Unterstützung nationaler Turniere, einschließlich der genannten A1 eSports League Austria und der lokalen Saisons der ESL Meisterschaft, einbringt. Ihre Beteiligung gewährleistet hohe internationale Standards bei der Durchführung von Wettbewerben.

Die Finalkämpfe und Fantreffen finden auf groß angelegten Festivals statt, die ein wichtiger Teil der lokalen Kultur sind. Dazu gehört die Game City in Wien, eine traditionelle Spielemesse und ein wichtiger Schauplatz, der seit Jahren als Arena für die Finalrunden der nationalen Meisterschaften dient. Darüber hinaus findet seit den 2020er Jahren das A1 Austrian eSports Festival statt, ein großes jährliches Event, das zu einem wichtigen Ereignis geworden ist, das die gesamte E-Sport-Community konsolidiert – von Spielern und Vereinen bis hin zu Sponsoren und gewöhnlichen Fans.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der ESVÖ sorgt für den offiziellen Rahmen und die Regulierung, A1 und ESL finanzieren und verwalten die professionellen Ligen, und die Game City sowie das A1 Festival verleihen diesen Wettbewerben einen glanzvollen und massenwirksamen Schlusspunkt, wodurch eine vollwertige E-Sport-Industrie geschaffen wird.

Quellen: www.gamespress.com, esportsinsider.com, www.bupp.at, esvoe.at, www.pwc.de

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