Gaston Helmut Glock – ein Wiener Erfinder, der auf der ganzen Welt bekannt ist. Und das verdankt er seiner einzigartigen Entwicklung, die in der Waffenherstellung für echtes Furore sorgte. Über das Leben und Wirken von Glock lesen Sie hier viennafuture.eu.
Geschäftseröffnung und Entwicklung

Gaston kam am 19. Juli 1929 in Wien zur Welt. Die Kindheit des Jungen war gewöhnlich, er lernte und half seinen Eltern. Damals konnte niemand ahnen, dass den Jungen eine erfolgreiche Zukunft erwartete. 1947 absolvierte Glock die Technische Universität in Wien und fand eine Anstellung in einem Unternehmen, das Vorhangstangen herstellte. Bald darauf beschloss Gaston, eine unternehmerische Tätigkeit aufzunehmen. 1963 gründete er die Firma „Glock GmbH“, die Kunststoff- und Metallteile für Fenster und Türen produzierte. 1970 änderte das Unternehmen seine Ausrichtung und begann mit der Herstellung von Waffen. Es lieferte Messer und Maschinengewehre an die österreichischen Streitkräfte.
Im Jahr 1980 erhielt das Unternehmen „Glock GmbH“ den Auftrag für eine Pistole, die einfach in der Handhabung, mit hoher Magazinkapazität und zu einem günstigen Preis sein sollte. Das Unternehmen begann mit der Entwicklung der neuen Waffe. In enger Zusammenarbeit mit Waffenschmieden der Armee erfand Glock einen Prototyp einer Pistole mit einem Kunststoffgriffstück und einem teilvorgespannten Abzug. Die Konkurrenten waren neidisch und versuchten, Glock eines minderwertigen Produkts zu bezichtigen. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, auf dem Weltmarkt besonderen Erfolg zu erzielen.
Im Frühjahr 1981 meldete der Erfinder sein 17. Patent an. Das Produkt nannte Gaston „Glock 17“.
Besonderheiten der Erfindung und Geschäftsentwicklung

Die Vorteile der Pistole „Glock 17“ lagen darin, dass sie eine hohe Festigkeit und gleichzeitig ein geringes Gewicht aufwies. Diese Waffe bestand aus einer großen Anzahl von Elementen. Ihre Kapazität betrug 17 Patronen. Als das Unternehmen erkannte, dass das Produkt den Weltmarkt eroberte, begann es, die Produktion zu steigern. 1982 gewann die „Glock GmbH“ eine Ausschreibung und wurde in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Daraufhin eröffnete sie ein Tochterunternehmen in Deutsch-Wagram. Bald darauf feierte die Produktion des Unternehmens großen Erfolg auf dem amerikanischen Markt. Polizisten und Militärs wurden mit ihren Waffen ausgestattet. Nach der Modernisierung der Produktionsanlagen wurden die Pistolen auf computergesteuerten Maschinen hergestellt. Bereits 1985 gründete die „Glock GmbH“ ein zweites Tochterunternehmen in den USA.

Zur aktiven Entwicklung trug die Verwendung der legendären Pistole in über 100 Filmen bei. Auch in Liedern wird diese Waffe erwähnt. Stand 2016 verfügte die Unternehmensgruppe „Glock GmbH“ über ein Vermögen von 1,65 Milliarden Euro. Trotz dieses Erfolgs trat der Erfinder jedoch sehr selten in der Öffentlichkeit auf und gab praktisch nie Interviews für die Medien. Als das Geschäft Millionen einbrachte, trat Glock als Philanthrop in Erscheinung. 2012 spendete er rund eine halbe Million Euro an Krankenhäuser in Wien und Kärnten. Er finanzierte auch das „Zentrum für Invasive Kardiologie und Elektrophysiologie“.
1999 wurde Gaston Glock Opfer eines Attentats in einer Tiefgarage in Luxemburg. Der Franzose Jacques Pêcheur versuchte, ihn mit einem Hammer zu töten. Dahinter steckte Gastons Geschäftspartner Charles Ewert.
Neben der Leitung seiner Firma war Gaston Mitglied des Aufsichtsrats der „Austro Control“, die für die Flugsicherung zuständig war, und ab 2004 Vorsitzender dieses Rates. 2012 wurde Gaston Glock zum Honorarkonsul von Rumänien ernannt.
Privatleben

Gaston war zweimal verheiratet. Seine erste Wahl war Helga, mit der er fast 50 Jahre verheiratet war. Im Jahr 2011 ließ sich das Paar scheiden. Der Grund dafür war Gastons Geliebte Kathrin Tschikof, mit der er seit 2004 eine Affäre hatte. Kathrin war 52 Jahre jünger als er.
Im Jahr 2003 verstarb der Erfinder. Er hinterließ ein großes Erbe, auf das nicht nur seine Angehörigen, sondern ganz Österreich stolz sind.