Montag, Februar 9, 2026

Die Geschichte der einzigartigen Erfindung von Anton Freissler

Wussten Sie, dass die Passagieraufzüge für die Wiener Gebäude von Anton Freyssler entwickelt wurden? Der Erfinder musste viel durchmachen, um seinen kolossalen Erfolg zu erreichen und sich weltweit einen Namen zu machen. Über Freyssler und seine Erfindungen lesen Sie hier viennafuture.eu.

Jugend und Ausbildung

Das Genie wurde am 13. März 1838 in der kleinen, damals tschechischen Stadt Klantendorf (Kujawa) in Mähren geboren. Zu dieser Zeit war dies ein Teil des großen Österreichisch-Ungarischen Reiches. 

Anton war das zehnte Kind in der Familie eines Bauern. Die Eltern erzogen die Kinder im Sinne der Liebe zur Arbeit. In der Schule war der Junge ein Musterschüler. Im Alter von 18 Jahren zog die Familie Freyssler nach Wien. Dort begann Anton sein Studium an der Technischen Universität Wien. Bald hatte er große finanzielle Schwierigkeiten, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sein Studium abzuschließen.

Beginn der beruflichen Laufbahn

Nach seinem Universitätsabschluss suchte der junge Mann nach Arbeit. Lange Zeit ohne Erfolg. Im Jahr 1861, nach über 30 Vorstellungsgesprächen, wurde Freyssler in der Fabrik von Ferdinand Dolainsky eingestellt, die Kessel und Maschinen herstellte. Bald konnte Anton sich von seiner besten Seite zeigen und seine einzigartigen Fähigkeiten demonstrieren. Sein Streben nach Neuem und sein Interesse an der Arbeit verschafften ihm schnell den Ruf eines jungen, vielversprechenden Spezialisten. 

Während seiner Arbeit in der Fabrik erlebte Freyssler die negative Haltung der Geschäftsleitung gegenüber den Mitarbeitern. Dies motivierte ihn, die Wiener Allgemeine Krankenkasse zu gründen. 1866 entschied er sich, die Fabrik zu verlassen, um eine bessere Stelle zu finden. Eine neue Arbeit war schnell gefunden. Er wechselte zur Ingenieur- und Baufirma „Erb & Henrici“, die damals städtische Wasserleitungen für den Bau der Wiener Ringstraße verlegte. Parallel dazu wurde Anton Mitglied des Handelsverbandes von Niederösterreich.

1867 wurde er zusammen mit anderen talentierten Ingenieuren zur Weltausstellung nach Paris entsandt. Dort studierte er das städtische Bauwesen und verfasste einen Bericht darüber. In Wien wurde Freysslers Arbeit sehr gut aufgenommen. Darin berichtete er über die Errungenschaften im Bereich der hydraulischen Aufzüge. Bald interessierte sich der Ingenieur für dieses Thema und begann, an der Schaffung technischer Hebeanlagen zu arbeiten. 

1867 zögerte Anton nicht und beschloss, seine Erfindungen zu patentieren. Er reichte einen Antrag ein, in dem er Verbesserungen dieser Technologie beschrieb. Das Polytechnische Institut Wien prüfte den Antrag und erteilte die Genehmigung. 

Unternehmensgründung und Unternehmertum 

Um seine Ideen in die Praxis umzusetzen, versuchte sich Freyssler als Unternehmer. Seine Verwandten unterstützten ihn finanziell. Bald wurde Anton Eigentümer eines Schlosserbetriebs im 4. Wiener Gemeindebezirk. 1868 entwickelte das Genie zusammen mit vier Assistenten seine ersten handbetriebenen Aufzugsanlagen. 

Bei der Konstruktion eines Aufzugs für ein Mehrfamilienhaus stieß das Team auf Schwierigkeiten. Es stellte sich heraus, dass für die Installation eines Aufzugs eine kleine Grube für den Maschinenraum erforderlich war. Dies führte zur Erfindung eines neuen Motorsystems durch Anton. 

1870 konstruierte und demonstrierte er den ersten hydraulischen Personenaufzug. Er wurde im 1. Wiener Gemeindebezirk installiert. Bei der Weltausstellung 1873 präsentierte er 8 seiner Aufzüge. Er zeigte auch eine weitere verbesserte Vorrichtung, die das Abstürzen der Aufzugskabine verhinderte, indem sie sie sanft abbremste. Dieser Mechanismus wurde ursprünglich von Liboft erfunden, aber Freyssler perfektionierte ihn. 

Nach diesem Erfolg erweiterte er seine Fabrik und verlegte sie in den 10. Wiener Gemeindebezirk. Im Jahr 1884 erhielt Freyssler den Titel „Maschinenlieferant des kaiserlichen Hofes“. Zu dieser Zeit sorgten seine Arbeiten weltweit für Furore. Bald erhielt Anton zahlreiche Auszeichnungen und persönliche Ehrungen vom Kaiser. 

1895 eröffnete er eine zweite Fabrik in Budapest, um den Absatzmarkt zu erweitern. Dies ermöglichte die Lieferung von Aufzügen auf den ungarischen und europäischen Markt. Bald begann Freysslers Unternehmen auch mit dem Bau von Aufzugsanlagen für schwere Lasten. 1909 installierte der Ingenieur einen Aufzug im Wiener Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz. Es ist bemerkenswert, dass dieser Aufzug als der älteste in Österreich gilt und bis heute in Betrieb ist. 

Ab 1910 wurden in Wien jährlich 100 verschiedene Aufzüge hergestellt. Im Alter von 70 Jahren übergab er die Geschäftsleitung an Max Steskal. 

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen sich elektrische Aufzugssteuerungssysteme zu verbreiten. Das Genie Freyssler hinterließ auch in diesem Bereich seine Spuren, und zwar mit einem System namens „Elektrisches Steuersystem zur präzisen Nivellierung der Kabine“. 

Der große Erfinder starb 1916 und hinterließ eine große Anzahl einzigartiger Entwicklungen, die das Leben der modernen Menschen vereinfachen. Sein Unternehmen arbeitete weiter. 1927 stellte es den größten Aufzug Europas her, der Passagiere auf eine Höhe von 330 Fuß (etwa 100 Meter) beförderte. In der Zeit des Wiederaufbaus von Wien nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich das Unternehmen dem Einbau von Aufzügen in den wiederaufgebauten Gebäuden.

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