Die moderne Wiener U-Bahn ist Teil des größten öffentlichen Verkehrsnetzes des Landes und befördert jährlich über 440 Millionen Fahrgäste oder 1,2 Millionen Menschen pro Tag, schreibt viennafuture.eu.
Wie alles begann

Die offizielle Eröffnung der Wiener U-Bahn fand 1978 statt. Ihr Netz besteht aus 5 Hauptlinien und wurde teilweise aus den Strecken der elektrischen Stadtbahn gebildet, die zuvor auf Dampfbetrieb basierte und seit 1898 in Betrieb war. Die U-Bahn wird von der „Wiener Linien GmbH & Co KG“ betrieben.
Bei der Analyse der Informationen kann man feststellen, dass die erste Untergrundbahn bereits 1840 geplant wurde. In dieser Zeit wurden zahlreiche Lizenzanträge eingereicht, weshalb Wien als die Stadt mit den meisten U-Bahn-Plänen gilt. Im Jahr 1844 reichte der Ingenieur Heinrich Sichrovsky einen Antrag für den Bau einer pneumatischen Eisenbahn ein. Seinem Entwurf zufolge sollten die Züge pneumatisch mittels Luftpumpen von stationären Dampfmaschinen bewegt werden. Es ist wichtig zu erwähnen, dass solche Bahnen zu dieser Zeit bereits in London und Paris gebaut worden waren, aber in Wien fanden sich leider keine Investoren für die Umsetzung dieses Projekts, weshalb die Idee aufgegeben wurde.
Bis 1873 wurden 25 Pläne für städtische Bahnverbindungen erstellt. Eine Gürtel-Bahnlinie erschien im Projekt zur Erweiterung Wiens von 1858, das bereits als Teil der Hauptstrecke des Schnellverkehrs realisiert worden war. Der erste Plan für eine U-Bahn in einem tiefen Tunnel, erstellt von Emil Winkler, stammt aus dem Jahr 1873.
1890 wurde in der Stadt die Kommission für Verkehrsanlagen eingerichtet. Die Planung einer Stadtbahn begann. 1892 wurde ein Gesetz zum Bau eines 40 Kilometer langen Stadtbahnnetzes verabschiedet. Die Grundsteinlegung erfolgte ebenfalls 1892.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Entwicklung des Individualverkehrs Vorrang eingeräumt. Als in den 1960er Jahren die Zahl der Autos in Wien anstieg, begann eine Diskussion über die Schaffung von oberirdischem Raum für den Privatverkehr. Im Jänner 1968 fasste der Wiener Gemeinderat den endgültigen Beschluss zum Bau eines unterirdischen U-Bahn-Netzes. Nach der Bewertung von 25 Projekten erschien ein Grundnetz mit einer Länge von 30 Kilometern am relevantesten.
Die offizielle Eröffnung der Wiener U-Bahn fand 1978 statt.
Die Entwicklung der U-Bahn

Allmählich wurde die U-Bahn erweitert und umfasste 5 Linien mit einer Gesamtlänge von 78,5 km und 104 Stationen. Die moderne U-Bahn wird weiterhin vom Wiener Verkehrsunternehmen „Wiener Linien GmbH & Co KG“ betrieben.
Die erste wichtige Ausbauphase der U-Bahn fand von 1969 bis 1982 statt. Damals beschloss der Gemeinderat den Bau eines Netzes mit den Linien U1, U2 und U4. Dieses Netz umfasste die Trasse der Stadtbahn und eine U-Straßenbahn-Linie („Ustraba“) und hatte eine Länge von 30 km.

1982 begann die zweite Ausbauphase der U-Bahn, die bis zum Jahr 2000 andauerte.
In dieser Phase wurden die Linie U3 mit einer Länge von 13,5 km und die Linie U6 mit 17,5 km gebaut. Die Linie U3 sollte den Westbahnhof mit Erdberg verbinden und die U1 unter dem Stephansplatz kreuzen. Sie verband die Bezirke Landstraße und Ottakring. Die Baukosten beliefen sich auf 9,4 Milliarden Schilling. 1992 wurde an der Endstation „Erdberg“ ein Park-and-Ride-Parkhaus mit 1800 Stellplätzen eröffnet. Die Linie wurde schrittweise bis 1998 in Betrieb genommen.
Im Rahmen der dritten Phase von 2000 bis 2010 erfolgte die Verlängerung der Linien U1 und U2. Am Ende dieser Bauphase erreichte das U-Bahn-Netz eine Länge von 74,6 km und zählte 101 Stationen, die sich an verschiedenen Orten über und unter der Erde befinden.
Von 2010 bis 2023 wurde die vierte Ausbauphase durchgeführt. In diesem Zeitraum wurde die neue Linie U5 gebaut.
Seit ihrer ursprünglichen Inbetriebnahme befindet sich die Wiener U-Bahn in ständiger Entwicklung und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Stadtbewohnern.