Trotz der Tatsache, dass Oper und Ballett im 17. Jahrhundert aus der königlichen Unterhaltung in Frankreich und Italien hervorgingen, ist Österreich für seine einzigartigen Kunstformen nicht weniger berühmt geworden. Früher konnten nur Adelige und Könige die unglaublichen Opernaufführungen in Wien genießen. Heute stehen sie allen offen.
Die Wiener Staatsoper ist eines der führenden Opernhäuser der Welt. Jedes Jahr besuchen Tausende von Liebhabern klassischer Musik dieses Gebäude, um berühmte Opernwerke live zu erleben, schreibt viennafuture.eu.
Besonderheiten des Opernhauses

Das Projekt der Wiener Staatsoper im Neorenaissance-Stil wurde von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll entworfen. An der Gestaltung des Gebäudes waren auch andere Künstler beteiligt, darunter Moritz von Schwind, der im Foyer eine einzigartige Freskenreihe zur „Zauberflöte“ schuf.
Der Bau des Opernhauses begann 1861 und dauerte sieben Jahre. Leider erlebte keiner der Architekten die Eröffnung seines Werkes. Van der Nüll beging Selbstmord, da er die öffentliche Kritik nicht ertragen konnte, und sein Kollege Sicardsburg verstarb kurz darauf an einem Schlaganfall.
Im Frühling 1869 wurde das Opernhaus mit Mozarts Oper „Don Giovanni“ eröffnet. Um den neu errichteten Wiener Operntempel zu würdigen, reisten Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth persönlich an.
Ihre erste Blütezeit erlebte die Wiener Staatsoper unter der Leitung von Gustav Mahler. Während des Zweiten Weltkriegs, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, wurden viele Mitarbeiter des Theaters vertrieben.
Im März 1945 wurde das Theater durch einen schweren Bombenangriff fast vollständig zerstört. Nur die Hauptfassade, die Feststiege, das Foyer und der Teesalon blieben unversehrt.
1955 wurde die Wiener Staatsoper mit einem neuen Zuschauerraum und modernisierter Technik wiedereröffnet. Zu diesem Anlass wurde Beethovens Oper „Fidelio“ unter der Leitung von Karl Böhm glanzvoll aufgeführt. Die Eröffnungszeremonie wurde im österreichischen Fernsehen übertragen.
Interessante Fakten über die Wiener Staatsoper

- Kaiser Franz Joseph erwarb das Grundstück und wählte den Standort des zukünftigen Opernhauses persönlich aus.
- Trotz der sehr schönen Architektur des Gebäudes wurde es von den Wienern nicht sofort angenommen. Viele nannten das Theater eine „versunkene Schatzkiste“.
- Die Wiener Staatsoper bietet pro Saison etwa 70 verschiedene Werke an und wiederholt eine Vorstellung niemals an zwei aufeinanderfolgenden Abenden. Dank ihrer unglaublichen Akustik ist die Oper für ihre herausragenden Aufführungen berühmt. Den Künstlern des Theaters stehen über 180.000 Kostüme zur Verfügung, die in einem benachbarten Gebäude gelagert und durch einen unterirdischen Gang mit dem Theater verbunden sind.
- Stand 2008 waren in der Wiener Staatsoper über 1.000 Personen beschäftigt. Darunter 250 Bühnenarbeiter, 100 Chorsänger, 60 Solisten und 70 Orchestermitglieder.
- Der Zuschauerraum des Theaters bietet Platz für 2.284 Personen.
- Die Bühne des Theaters ist viermal so groß wie der Zuschauerraum. Ihre Höhe beträgt 88 Fuß. Alle Bühnenbilder für die Aufführungen werden mithilfe von hydraulischen Hebebühnen positioniert.
- Der Kronleuchter im Theater besteht aus böhmischem Kristall und wiegt 3 Tonnen. Er ist mit 1.100 Glühbirnen bestückt und hat einen Durchmesser von 22 Fuß. Die Reinigung des Saales beginnt bei der Decke.
- In der Wiener Staatsoper wurde der Weltrekord für den längsten Applaus aufgestellt, der 80 Minuten dauerte. 1991 erhielt Plácido Domingo nach seiner Aufführung der Oper „Othello“ die längsten Ovationen der Welt. Zum Dank verbeugte sich Domingo 100 Mal vor dem Publikum.
- Der wahre Stolz der Wiener Staatsoper ist der „Wiener Opernball“. Diese Veranstaltung findet einmal im Jahr an einem Donnerstag statt. Der erste Ball wurde bereits 1814 abgehalten.
Die moderne Oper in Wien entwickelt sich weiterhin aktiv, und Menschen aus aller Welt kommen in die Hauptstadt Österreichs, um die Auftritte legendärer Sänger live zu erleben.