Montag, Februar 9, 2026

Edmund Rumpler – ein Erfinder, der die Automobilbranche verändert hat

Edmund Rumpler war ein Ingenieur, Designer und Konstrukteur von Automobilen und Flugzeugen. Rumpler ist nicht nur in Österreich, sondern auch weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Er veränderte mühelos die Vorstellungen der Menschen vom Autodesign und brachte viele positive Veränderungen mit sich. Über das Leben und die Erfindungen von Rumpler lesen Sie hier auf viennafuture.eu.

Auf der Suche nach sich selbst

Edmund Rumpler bei der Arbeit

Edmund Rumpler erblickte im Jänner 1872 in Wien das Licht der Welt. Nach seinem Schulabschluss trat er in die Wiener Höhere Lehranstalt für Maschinenbau und Elektronik ein. 1890 begann der junge Ingenieur in einer Fabrik zu arbeiten, die Waggons, Dampfmaschinen und Automobile herstellte. 1895 zog er nach Berlin und fand eine Anstellung bei der „Allgemeine Motor-Wagen-Gesellschaft GmbH“. 1898 wurde er Automobildesigner. Im Jahr 1900 wechselte er zur „Daimler-Motoren-Gesellschaft GmbH“ und erfand drei Jahre später die erste Einzelradaufhängung, bekannt als Pendelachse.

1903 wurde Rumpler zum Leiter des Konstruktionsbüros der „Adlerwerke“ ernannt, wo die ersten Vierzylinder-Automotoren entwickelt wurden. 1906 eröffnete Edmund in Berlin ein eigenes Konstruktionsbüro für die Projektierung von Automobilen. Um die Idee weiterzuentwickeln, war viel Geld nötig. Rumpler ließ sich jedoch nicht entmutigen und fand die Mittel. 1908 gründete er ein Unternehmen, das Schweißausrüstungen herstellte. In dieser Zeit begann er sich auch für die Luftfahrt zu begeistern.

1910 trat er als Mitbegründer in die „R. Rumpler Luftfahrzeugbau GmbH“ ein und erwarb die Lizenz zur Herstellung der „Taube“-Eindecker. Die „Rumpler-Taube“-Flugzeuge erlangten während des Ersten Weltkriegs große Popularität. Insgesamt produzierte das Unternehmen über 3000 Flugzeuge, von denen 1000 für die Fernaufklärung eingesetzt wurden.

Einzigartige Entwicklungen

Rumpler Tropfen-Auto

1919 begann Rumpler wieder in der Automobilindustrie zu arbeiten. In dieser Zeit entwickelte er das „Tropfen-Auto“, das alle damaligen Fahrzeuge übertraf. Das Auto hatte ein einzigartiges Erscheinungsbild. Erstmals in der weltweiten Praxis entsprach der Rahmen der Form der Karosserie. Das Hauptmerkmal dieses Serienmodells war das gebogene Glas. Der Fahrersitz war zentral positioniert. Das Fahrzeug war für sechs Personen ausgelegt, hatte jedoch keinen Kofferraum. Eine kleine Platte trennte die Passagiere vom Motor. Rumpler stattete seine Erfindung mit einem Sechszylinder-Motor in W-Form aus, den er im Heck des Wagens platzierte. Hinter dem Motor befand sich das Getriebe, und der Antrieb der Räder erfolgte über „Pendelachsen“. Somit wurde das „Tropfen-Auto“ zu einem echten Konzeptfahrzeug. Alle waren vom Design des Wagens begeistert, und viele versuchten, Edmund davon zu überzeugen, eine Lizenz zu erwerben und die Serienproduktion zu starten.

1921 kam der „Rumpler Tropfenwagen“ in den Verkauf. Ein Jahr später erwarb die Firma „Benz“ die Lizenz und entwickelte 1923 einen Rennwagen mit Heckmotor. Beim serienmäßigen „Tropfen-Auto“ wurden bald Schwachstellen entdeckt. 1924 musste eine Modernisierung durchgeführt werden, die jedoch keinen kommerziellen Erfolg brachte. Rumpler versuchte, das Unternehmen vor dem Ruin zu retten, und entwarf ein anderes Auto, den „Rumpler 10/50“. Doch alle Bemühungen waren vergebens, denn 1926 wurden die Produktionsanlagen verkauft.

Stromlinienförmiger Lastwagen von Rumpler

Der Erfinder gab jedoch nicht auf und baute 1930 einen Lastwagen – einen Kastenwagen mit stromlinienförmiger Karosserie. Dieses Fahrzeug hatte die Form eines Tropfens und wog 10 Tonnen. Es hatte Frontantrieb, die Räder der beiden Hinterachsen hatten einen kleinen Durchmesser und die Motorleistung betrug 55 PS. Der Lastwagen erreichte eine Geschwindigkeit von 100 km/h.

Wahrscheinlich hätte Edmund Rumpler noch Dutzende weitere Fahrzeuge erfinden und konstruieren können, doch dazu kam es nicht. Schuld daran waren die Verbote. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, musste er seine Arbeit aufgrund seiner jüdischen Herkunft aufgeben. Im September 1940 verstarb der legendäre Erfinder und hinterließ ein großes Erbe.

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