Wussten Sie, dass eines der allerersten Exemplare eines Elektroautos in Wien gebaut wurde? Erstmals sahen die Stadtbewohner dieses „Wunder der Technik“ im Juni 1898. Der Automobilingenieur Ferdinand Porsche schuf dieses einzigartige Fahrzeug für das Wiener Unternehmen „Lohner Werke“. Später wurde diese revolutionäre Erfindung auf der Weltausstellung in Paris präsentiert, berichtet viennafuture.eu.
Über Porsche und seine Entwicklungen

Seine Erfindung nannte Ferdinand Semper Vivus, was aus dem Lateinischen übersetzt „ewiges Leben“ bedeutet. Das Elektroauto wog 1,2 Tonnen, es war mit 2 wassergekühlten Benzinmotoren mit je 3,5 PS sowie 2 Elektrogenaratoren mit je 2,5 PS ausgestattet, die unabhängig voneinander arbeiteten.
Im Jahr 1906 begann Porsche für das Unternehmen „Austro Daimler“ zu arbeiten, das in Wiener Neustadt bei Wien ansässig war. Das erste Automobil, das er für dieses Unternehmen entwickelte, war der Mercedes Mixte. Das Fahrzeug erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h. Von 1907 bis 1914 produzierte „Austro Daimler“ mehr als 1000 dieser Fahrzeuge.
1929 zog Ferdinand Porsche von Wien nach Deutschland. 1931 gründete er sein eigenes Unternehmen „Porsche“, das sich mit Beratung im Automobildesign befasste.
Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sein Unternehmen Panzer für die deutsche Armee. Mit jedem Jahr wuchs das Unternehmen aktiv und entwickelte sich schnell zu einem großen Automobilkonzern.
Der Kampf um die Straße
Um 1900 erfreuten sich in Wien die Dienste der Fiaker großer Beliebtheit. Den Kauf eines eigenen Automobils konnten sich nur die höchsten Gesellschaftsschichten leisten. Bis 1914 gab es in der Stadt nur 4000 Automobile.
Die ersten Autos, die durch die Straßen der Stadt fuhren, versetzten die Menschen in Schock. Während der Fahrt verursachten sie einen enormen Lärm, der sogar die Pferde erschreckte, und dichter Rauch füllte die Straßen. Es kam auch vor, dass Fußgänger in Wutanfällen Steine auf die Fahrer warfen.
Auch Unfälle blieben nicht aus. Obwohl bereits Gehsteige für Fußgänger angelegt waren, schafften es unerfahrene Fahrer, unschuldige Menschen anzufahren. Manchmal liefen Fußgänger auch absichtlich vor ein herannahendes Auto, weil sie nicht bereit waren, den Weg freizugeben. Sehr oft kam es auch zu Zusammenstößen zwischen zwei Autos, manchmal aus Unachtsamkeit, manchmal aber auch aufgrund der Nichteinhaltung der Verkehrsregeln durch Autofahrer und Fußgänger.
1911, als die Zahl der Autos auf den Wiener Straßen zunahm und Unfälle häufiger wurden, beschloss die Polizeidirektion, Regeln für den Fußgängerverkehr zu schaffen. Darin wurde festgehalten, dass die Stadtbewohner verstehen müssen, dass die Fahrbahn für die Autos und der Gehsteig für die Fußgänger bestimmt ist.
Besonderheiten des Verkehrs

Im Gegensatz zum Deutschen Reich galt in Österreich Linksverkehr, der ständig reguliert werden musste. Die ersten Fahrvorschriften in Wien stammen aus dem Jahr 1900. Im Jahr 1905 wurden sie überarbeitet. So betrug die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen 45 km/h und innerorts 15 km/h. Die Einhaltung wurde von der Polizei kontrolliert.
Im Jahr 1905 wurde in Österreich eine Verordnung über Automobilkennzeichen erlassen. Fahrer, die ohne Nummernschilder durch die Stadt fuhren, wurden zur Verantwortung gezogen: mit einer Geldstrafe oder der Beschlagnahmung des Fahrzeugs.
Darüber hinaus wurde in der neuen Verordnung festgelegt, dass Autofahrer für alle durch das Fahrzeug verursachten Schäden haften. Raser hielt das jedoch nicht auf; sie verstießen leicht gegen die Gesetze und entgingen der Verantwortung. Im Jahr 1912 wurden Fahrprüfungen eingeführt und die polizeiliche Kontrolle der Verkehrsregeln verschärft.
Mit jedem Jahr kamen neue Automarken auf den Markt, und im Zuge dessen änderten sich auch die Fahrvorschriften.