Peter Mitterhofer ist eine Persönlichkeit, die nicht nur in Österreich, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus bekannt wurde. Dank seines Fleißes und genialen Verstandes konnte der Mann bemerkenswerte Erfolge erzielen und der Welt mehrere Arten von Schreibmaschinen präsentieren, schreibt viennafuture.eu.
Die ersten Schritte als Erfinder

Peter wurde am 20. September 1822 in der Gemeinde Partschins in Tirol geboren. Schon in jungen Jahren begann er bei seinem Vater das Tischlerhandwerk zu lernen und arbeitete später auch in diesem Beruf. Er zeigte zudem eine große Liebe zur Musik. 1849 verließ Mitterhofer die Gemeinde auf der Suche nach einem besseren Leben. Zuerst besuchte er Deutschland, danach die Schweiz und Frankreich.
1860 kehrte er nach Partschins zurück und arbeitete wieder als Tischler. In dieser Zeit erfand er ein Musikinstrument, das er „Glachter“ nannte. Das Gerät ähnelte einem Klavier und war mit kleinen Hämmerchen ausgestattet, die beim Anschlagen auf Holzscheiben Geräusche erzeugten, die an menschliches Lachen erinnerten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Erfindung Peter zur Entwicklung der Schreibmaschine inspirierte.
Verkannte Erfindungen

1864 begann Mitterhofer mit der Arbeit an der ersten Schreibmaschine, verbesserte diese bald darauf und konnte schließlich mehrere Modelle herausbringen, die sich jeweils vom vorherigen unterschieden.
1864 entwickelte Peter das Modell Nr. 1, das er „Wiener Modell“ nannte. Das Gerät hatte 30 Tasten und konnte nur Großbuchstaben drucken. Der Mechanismus der Maschine war einfach: Die Zeichen wurden mithilfe spezieller Hebel auf das Papier übertragen. Beim Drücken einer Taste schlug der Hebel auf ein tintengetränktes Band und hinterließ einen Buchstabenabdruck auf dem Papier. Da die Tasten in mehreren Reihen angeordnet waren, konnte man mit beiden Händen tippen.
1865 erblickte das Modell Nr. 2 das Licht der Welt, das ebenfalls in diesem Jahr entstand. Es hieß „Dresdner Modell“ und befindet sich heute in der Sammlung der Stadt Dresden. Das Gerät wies ähnliche konstruktive Merkmale wie das Vorgängermodell auf, jedoch bestanden einige seiner Elemente bereits aus Metall.
1866 schuf Peter das Modell Nr. 3, das leider nicht erhalten ist. Es ist bekannt, dass Mitterhofer mit genau diesem Modell nach Wien reiste, um die Genehmigung von Franz Joseph I. für seine weitere Arbeit zu erhalten. Im Dezember 1866 präsentierte er am kaiserlichen Hof das „Modell Meran“, das vollständig aus Metall gefertigt war. Franz Joseph I. war von der Erfindung begeistert, da zuvor noch niemand so etwas erdacht hatte. In diesem Modell war ein spezieller Umschalter für Groß- und Kleinbuchstaben eingebaut.
1869 brachte der Erfinder die „Wiener Modell“-Maschine heraus, die als eine der benutzerfreundlichsten galt. Sie hatte 82 Tasten für Ziffern, Groß- und Kleinbuchstaben. Beim Druck wurde die Schriftart „Garmond Fraktur“ verwendet. Um dem Kaiser und der Elite seine neue Maschine zu zeigen, reiste Peter 1870 nach Wien. Franz Joseph I. verlieh dem Genie einen Kaiserpreis, damit er seine Arbeit fortsetzen konnte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat überarbeitete Peter seine Maschine, indem er Buchstaben aus einer örtlichen Druckerei verwendete und alle Holzteile durch Eisenteile ersetzte.
Die zweite Reise nach Wien war weniger erfolgreich, da die dortigen Experten das Potenzial der Schreibmaschine nicht erkannten. Enttäuscht gab Mitterhofer die Idee der Druckmechanisierung auf. Er arbeitete weiterhin als Tischler und erfand verschiedene Vorrichtungen. Als beispielsweise seine Frau krank wurde, entwickelte Peter eine hölzerne Waschmaschine, um ihre Arbeit zu erleichtern.
Der Amerikaner Christopher Latham Sholes setzte die Arbeit an den von Mitterhofer erfundenen Schreibmaschinen fort und konnte ein erfolgreiches Geschäft aufbauen. 1893 starb Peter Mitterhofer.
Seine Nachfahren würdigten die Erfindung des großen Genies. 1993 wurde in Partschins ein Schreibmaschinenmuseum eröffnet und auf dem dortigen Platz eine Bronzebüste von Peter Mitterhofer aufgestellt.