Montag, Februar 9, 2026

Die geheimnisvolle Geschichte des Schlosses Wilhelminenberg in Wien

Wien beheimatet eine Vielzahl einzigartiger historischer Gebäude. Eines davon ist das Schloss Wilhelminenberg im Bezirk Ottakring. Ursprünglich war es eine Jagdresidenz im Stil des späten Barocks. Jedoch wurde es bald zu einem wahren Erbe der österreichischen Hauptstadt, das über Generationen hinweg weitergegeben wurde, schreibt viennafuture.eu

Im Besitz mehrerer Dynastien

Die Geschichte beginnt im 18. Jahrhundert. Graf Moritz von Lacy, Generalfeldmarschall der österreichischen Armee, wurde auf die Ländereien am Hügel von Ottakring und den riesigen angrenzenden Park aufmerksam. Wenige Tage nach dem Kauf begann er umgehend mit dem Bau seiner Sommerresidenz. Das errichtete Gebäude wurde Schloss Lacy genannt.

Im Jahr 1780 kaufte der russische Botschafter in Wien, Fürst Gallitzin, das Anwesen von seinem Freund. Nach dem Tod des Fürsten im Jahr 1793 gingen seine Besitztümer samt Schloss an Graf Rumjanzew über. Diesem gefiel das große Anwesen jedoch nicht, und er beschloss, es zu verkaufen. So wechselte der Wilhelminenberg mehrmals den Besitzer.

1824 erwarb es der französische Graf Jules de Montléart. Aufgrund der ständigen Weiterverkäufe wurde das Schloss von niemandem instand gehalten und war bald in einem sehr schlechten Zustand. 1838 musste Montléart den Wilhelminenberg renovieren und zwei zusätzliche Flügel anbauen lassen. Nach dem Tod von Jules und seiner Frau prozessierten die Verwandten um das Erbe, doch 1866 ging das Schloss an den Sohn des Paares, Moritz de Montléart. Dieser beschloss, es seiner geliebten Frau Wilhelmine zu schenken. Es ist erwähnenswert, dass das Ehepaar nach seinem Tod in einem neugotischen Mausoleum neben dem Schloss beigesetzt wurde.

Danach kaufte Rainer Wittelsbach, Prinz von Bayern, den Wilhelminenberg. Im Zeitraum von 1903 bis 1908 ließ er das alte Schloss abreißen und an seiner Stelle ein neues errichten. Die anspruchsvolle Aufgabe wurde den besten Architekten, Ignaz Sowinski und Eduard Frauenfeld, anvertraut. Der Bau kostete Wittelsbach fast 1,5 Millionen Kronen, woraufhin das Anwesen ein Erscheinungsbild im Neo-Empire-Stil erhielt. In dieser Zeit wurde auch der Park im Stil eines englischen Gartens umgestaltet und viele neue Gebäude darin errichtet.

1913 erbte Leopold Habsburg, der Neffe von Ignaz, den Wilhelminenberg. Während des Ersten Weltkriegs wurde im Schloss ein Lazarett und später ein Rehabilitationszentrum eingerichtet. 1922 kaufte der Zürcher Bankier Wilhelm Ammann das Schloss, und 1927 erwarben es die Stadtbeamten. Seitdem wurde der Wilhelminenberg zum Hauptgebäude für viele Organisationen.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss nur noch für besondere Anlässe genutzt, meist für Festivals und Konzerte. Dadurch verfiel es sehr schnell.

Im Zeitraum von 1986 bis 1988 wurde es restauriert und ein Hotel darin eröffnet. Eine weitere Renovierung fand von 2000 bis 2003 statt.

Einzigartige Architektur

Das Schloss ist ein langgestreckter, zweistöckiger Komplex, bedeckt mit hohen Mansarddächern. An den zentralen Flügel schließen einstöckige, fünffenstrige Trakte an, die zu den Seitenpavillons führen. Der Mittelbau wird auf beiden Seiten von Giebeln gekrönt, die mit Ornamenten verziert sind. Im Erdgeschoss befindet sich eine Vorfahrt für Automobile. Ihre Säulen tragen einen großen Balkon. Die Risalite sind durch breite, riesige Pilaster mit floralen Kapitellen gegliedert.

Ein lebhafter floraler Dekor findet sich auch in den Fensterlünetten wieder. Im Inneren befinden sich zwei Säle: Der westliche ist mit einer Kassettendecke und einem Fries ausgestattet, während der gartenseitig gelegene Saal mit prächtigem Stuck im Neobarock-Stil verziert ist. Trotz verschiedener Umbauten hat das Schloss Wilhelminenberg seine architektonische Schönheit bewahrt. Viele Menschen besuchen das darin eröffnete Hotel nur, um sich zu erholen und die Schönheit der Natur sowie dieses architektonische Meisterwerk zu bewundern.

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